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Lietzower Zeitreise

Am südlichen Rande des Rhinluches liegt hinter einem komissartigen Wall geschützt das Dorf Lietzow, unweit westlich der Stadt Nauen im Landkreis Havelland auf einer Höhe von 30 Meter über dem Meeresspiegel. Es ist nicht genau erwiesen woher der Ortsname Lietzow stammt. Wahrscheinlich stammt er von dem wendischen Wort Litze (Sumpfvogel).

 

Der Name Lietzow wird erstmalig im Jahre 1317 erwähnt, aber Menschen haben schon viel früher hier gewohnt. Wir laden ein zu einer kleinen geschichtlichen Zeitreise:

 

vor 7000 Jahre

Erste Siedlungsnachweise aus der Steinzeit. Im Zuge des Erneuerung der B5 im Jahr 2012. und den begleitenden archäologischen Grabungen wurde eine Feuerstelle unter der Straße am westlichen Ausgang von Lietzow frei gelegt. Es wurden Bandkeramikstücke von Gefäßen gefunden.

vor 4000 Jahre

Auch Funde (eine durchbrochene Doppelaxt und ein Steindolchgriff) aus der jüngeren Steinzeit beweisen, dass das Lietzower Land zu dieser Zeit besiedelt war.

vor 1000 Jahre

Die Wenden siedelten hier und bauten ein Dorf, das beweisen 25 Urnen und ein Waschtrog die man1876 in Lietzow fand.

1317 Erste urkundliche Erwähnung in der Schreibweise „Liezowe“.

1335

1335 kommt schon die Schreibweise Lietzow vor.

1375

Die von Dobewitz werden Herren von Lietzow bis ins 17.Jahrhundert.

1719-1721

Luchentwässerung durch Friedrich Wilhelm I. Bau des Großen Havelländischen Hauptkanals. Der Luch diente vor der Entwässerung höchstens als Zufluchtsort bei Kriegsgefahr.

1779

Erste Angabe zur Einwohnerzahl von Lietzow, 288 Seelen leben zu dieser Zeit in Lietzow.

28.07.1788

Ein Feuer zerstört die Kirche von Lietzow, der Neubau wird wieder in Nord-Süd-Richtung aufgebaut, die sogenannte „verkehrte Kirche von Lietzow“.

1806

Die Franzosen waren in Lietzow und plünderten das Dorf aus. Am Neukommerscher Rohrbruch war ein großes Lager aufgeschlagen.

1830

Bau der Berlin-Hamburger –Chaussee

1846

Bau der Eisenbahnlinie Berlin – Hamburg

11. Juni 1859

Am Vorabend des Pfingstfestes gab es eine Feuerbrunst in Lietzow. Die Kirche, das Schulhaus, die Gehöfte der Bauern Schönberg, Schrobsdorf, Gorges, der Meyersche Krug, das Gemeindehaus, das Schulzenamt, die Amtsschäferei und das Müllerhaus fielen dem Feuer zum Opfer. Es waren keine Menschenleben zu beklagen.

11. Juni 1863

Grundsteinlegung für die neue Kirche

27. Juli 1864

Einweihung der neuen Kirche

01. Okt. 1901

Inbetriebnahme des Streckenabschnittes Senzke –Nauen der Kleinbahn RSN für Güter- und Personenverkehr, Lietzow hat einen Bahnhof.

29. Aug. 1924

Gründung der Ortsfeuerwehr Lietzow

21. Feb. 1930

Straßenschlacht in Lietzow zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten

21. Jan.1950

Das volkseigene Gut Lietzow erhält vom Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck, einen Trecker Typ Pionier geschenkt.

1995

Aufstellen und Inbetriebnahme mit einer Einweihungsfeier der 1. Windkraftanlage auf Lietzower Gemarkung auf den Mühlenberg neben der alten Sandkute. Die Windkraftanlage hat eine Leistung von 0,6MW.

15. Okt. 1998

Feuer auf dem alten Gutshof. Dabei fielen der alte Kornspeicher, die Stellmacherei und das Dach der angrenzenden Scheune den Flammen zum Opfer. Die hohe Rauchsäule sah man weit ins Land bis Brieselang. Die Brandursache konnte nicht festgestellt werden, vermutet wurde, dass Kinder mit Feuer gespielt haben.

 

Stand 21.03.2015 / 15:00 Uhr